Jugend Sommer Camp´26
Altes E-Werk, neues Licht –
Rückblick auf ein gestalterisches Camp der Extraklasse
Das Alte E-Werk in Blankenburg war eines der ersten kommunalen Kraftwerke der Welt – in diesen Sommerferien verwandelte sich dieses einmalige Industriedenkmal für zwei Wochen in ein kreatives Art-Lab, einen außerschulischen Lernort für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Das von »jep« und »Kultur macht stark!« komplett finanzierte Projekt war ein gestalterisches Camp der Extraklasse – eine künstlerisch-ästhetische Bildung im ländlichen Raum.
Gemeinsam mit Bildenden Künstlern wurde eine spektakuläre Licht- und Objektinstallation geschaffen, die für die nächsten zwei Jahre die großen Fenster des E-Werks zum Leuchten bringt.
Die geschaffenen Werke tragen die Handschriften der Designerin und Künstlerin Dorit Goedecke und des Malers und Objektdesigners Stephan Klaube, aber auch die Phantasie und Kreativität der beteiligten Jugendlichen. Die beiden Wernigeröder Bildenden Künstler gaben professionelle Anleitung von der Ideenfindung und zeichnerisch-malerischen Umsetzung über Einblicke in Kunstgeschichte und Entstehung von Licht bis zum sauberen Umgang mit Werkzeugen und Materialien.
Es war Anpacken und kreativ sein gefragt. Es wurde mit Pastellkreiden und Schrift experimentiert, es wurden mit Stoffmalfarbe große Stoffbahnen bemalt und auf die Holzrahmen aufgebracht. Es wurde altes Holz gesäubert, zugeschnitten und zu übergroßen Bilderrahmen montiert. Ob Junge oder Mädchen, alle durften mal mit der Stichsäge oder dem Akkuschrauber werkeln.
Nicht zu vergessen: Max Wettges, GVS-Koordinator »Altes E-Werk«, versorgte uns jeden Tag mit einem leckeren Obstfrühstück und mittags mit einem warmen Essen von einem Blankenburger Cateringservice – super lecker, wie hausgemacht.
Die Zusammenarbeit der Jugendlichen in den Kleingruppen war sehr entspannt und kameradschaftlich. In jeder Mittagspause wurden die Wehrwölfe aktiv. Das spielte sich am besten in dem großen ehemaligen Maschinenraum, denn der ließ sich verdunkeln, weil er mal Kinosaal war.
Am letzten Camp-Tag, bei der öffentlichen Präsentation der Licht- und Objektinstallation, wurde es nicht nur feierlich, es gab auch viele strahlende Kinderaugen, die ihren Eltern stolz die mutgestalteten Kunstwerke, ihre Zeichnungen und Ideen zeigen konnten. Jeder Jugendliche bekam eine Urkunde für die Teilnahme am Jugendsommercamp '26 als persönliche Erinnerung, aber auch, um ihr Engagement wertzuschätzen, weil sie sich in den Ferien zu dem außerschulischen Lernort aufgemacht und aktiv an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt haben.
Farbe belebt die Sinne – Kunst macht lebendig.
»Welch ein Fest der Farbe und Strukturen ist da entstanden, ein Zusammenspiel zwischen Handwerk
und Kunst zeigt sich in voller Blüte. Das Zusammenspiel von Malerei und deren Dynamik strahlt Kraft und Energie aus. Das alte E-Werk strahlt nun im neuen Licht! Es fordert auf, diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fortzuführen.
Ich sage allen Beteiligten vielen herzlichen Dank.«
Stephan Klaube
Künstlerisches Leben im Industriedenkmal
»Ob es das Camp im nächsten Jahr wieder geben wird, wurde ich mehrmals bei der Präsentation gefragt. Das hängt vom Interesse der Stadt Blankenburg und von der Bereitstellung von öffentlichen Fördermitteln ab. Gern sind Stephan und ich wieder dabei und füllen das einmalige stadtbildende Denkmal mit künstlerischem Leben. Wer bis dahin nicht warten möchte, ist herzlich eingeladen, die Kunstakademie Harz oder das Zeichenatelier Goedecke zu besuchen, wo die nächsten Kurse im August starten. Vielleicht sieht man sich aber auch in einem künstlerischen Projekt der Schulen im Landkreis Harz wieder.
Herzlichen Dank von meiner Seite an alle, die dabei waren. Ihr ward spitze.«
Dorit Goedecke